Vielleicht doch Astronautin?

Wie ihr mich inzwischen kennengelernt habt, könnt ihr ahnen, dass nach Stuttgart kaum eine Pause einsetzt- und richtig. Pünktlich kurz vorm Mittagessen wurde ich von meinen Eltern in Stuttgart eingesammelt und wir fuhren weiter in Richtung Oberpfaffenhofen – dort wartete ab nächstem Montag ein Praktikum am Deutschen Zentrum der Luft- und Raumfahrttechnik auf mich. Nach einem kurzen Abstecher in Augsburg und dem Besuch der sehr interessanten Fuggerei, der seit 1523 bewohnbaren und somit ältesten Sozialbausiedlung der Welt, kamen wir abends in unserem Hotel – meinem Wohnort für die folgenden zweieinhalb Wochen – an.

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Die folgenden Tage verbrachten wir mit Wanderungen und Sightseeing rund um München und die fünf-Seen-Landschaft. Wir betrachteten das Haus und die Lieblingsinsel der Kaiserin Sissi, besuchten Klosteranlagen, bewegten uns durch das Olympiastadion – und natürlich durfte auch die Sightseeing-Tour durch die Münchner Innenstadt, entnommen aus einer alten Zeitschrift dessen Artikel meine Mutter noch aufbewahrt hatte, und ein Besuch an der Dachauer Gedenkstätte nicht fehlen.

Als Vorgeschmack auf die Schilderung meines Praktikums kann ich euch schon verraten: Der Wunsch, einmal als Astronautin ins All zu fliegen, ist auf jeden Fall notiert und durch meine Erfahrungen nochmals gefestigt. Am liebsten würde ich gleich mit dem Astronautentraining beginnen und mich als jüngster Mensch auf den Weg zur ISS machen –so einfach geht das nur leider nicht, den um tatsächlich als Astronautin ins All zu fliegen müssen zahlreiche Kriterien erfüllt sein und man muss es schaffen, sich gegen durchschnittlich 9000 Bewerber durchzusetzen. Aber auch ohne frühzeitige Jobsicherung als Weltallerkundlerin waren die zwei Wochen am DLR wirklich gewinnbringend. Beginnen wir von vorne:

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Als ich am Montag zu meinem ersten Arbeitstag am DLR ankam, wurde ich direkt an meinen Arbeitsplatz geführt. „Experimentelle Verfahren der Fernerkundung“ lautet der Name meiner Abteilung. Ein eigener Schreibtisch samt Docking-Station und Computer ließen bei mir schon einmal einen positiven ersten Eindruck entstehen. Auch mein Gegenüber, ein studierter Geologe und Alrounder in der Abteilung wirkte von vorneherein sympathisch. Auch das in der Abteilung vorherrschende „Du“ gefiel mir, sodass ich erst gar nicht damit anzufangen brauchte, Nachnamen und Gesichter zuzuordnen. Mein Gegenüber Jochen gab mir eine erste kurze Führung durch die beiden, für mich in den nächsten Wochen wichtigen, Stockwerke und stellte mir die Angestellten sowie einige Forschungsprojekte vor. Schließlich verließ ich die Abteilung für einen kurzen Abstecher ans andere Ende des großen DLR-Geländes, um mir einen Schlüssel und meinen persönlichen Ausweis geben zu lassen: mein Zugangsticket für die nächsten 14 Tage. Als ich zurückkam traf ich direkt auf Ingo, mein Praktikumsbetreuer. Von ihm wurde ich durch die Bereiche geführt, die so früh am Morgen bei meiner ersten Führung noch unbesetzt gewesen waren und ich besuchte zusätzlich das Deutsche Satellitendatenarchiv (D-SDA): Eine Art Speicherbibliothek, in denen Roboter die Archivierung kontrollieren und benötigte Daten jederzeit heraussuchen können.

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Nun wurde ich gefragt, auf welche Tätigkeiten ich im Laufe meines Praktikums Lust hätte. Wie immer war ich für alles offen. Wir einigten uns schließlich auf den Bau eines CD-Spekroskops als erstes Projekt. Den Nachmittag sowie die nächsten Tage verbrachte ich also damit, mit CDs und DVDs herumzuexperimentieren und mich das Wissen des weiten Internets zu durchstöbern. Wie genau funktioniert ein Spektrometer? Welche Unterschiede weisen Transmissions- und Reflexionsspektrometer auf? Welche optischen Grundlagen und Theorien muss ich mir aneignen? Worauf beruht eigentlich das Funktionsprinzip einer CD? Welche Unterschiede zur DVD gibt es und kann ich diese experimentell beweisen? Mein Physikwissen aus der Schule konnte ich dabei gut mit vor Ort neu Erlerntem kombinieren, sodass ich nach wenigen Tagen schon deutlich weiter war als Ingo erwartet hatte – also musste er weitere Aufgaben aus dem Ärmel schütteln.
Das nächste Projekt bestand nicht darin, mich experimentieren zu lassen, sondern mit meiner Arbeit wirklich etwas zu übernehmen, was ansonsten einer der Angestellten hätte durchführen müssen. Ich sollte ein SVC, ein Feldspektrometer untersuchen, verschiedene Messungen auswerten und als Grafiken darstellen. Dadurch war ich erst einmal mit Messen und der Erweiterung meiner bisher minimal vorhandenen Python-Kenntnisse beschäftigt. Doch das war nicht alles. Die Abteilung besaß nämlich nicht nur ein SVC. Ein weiteres Feldspektrometer zeigte in letzter Zeit Unregelmäßigkeiten, weshalb schon länger geplant war, dieses auf seinen Fehler hin zu untersuchen und herauszufinden, ob dieser konstant und somit herausrechenbar sei, oder ob das Gerät vollständig zur Reparatur eingeschickt werden müsse. Nachdem ich mich also mit dem noch einwandfrei funktionierenden Gerät auskannte, widmete ich mich der Fehlersuche. Besonders die Mischung aus Experiment, physikalischer Theorie und Programmieren gefiel mir bei diesem Aufgabenfeld. So stieg ich beispielsweise beim programmierten Berechnen einer Näherungsfunktion an meine Datenpunkte in Themen der linearen Algebra des dritten Studiensemesters des Fachs Physik ein. Ich wollte schließlich in der kurzen Zeit von zwei Wochen auch so viel wie möglich mitnehmen und – in Oberpfaffenhofen gab es ohnehin kein wirklich attraktives Freizeitangebot, das mich vom Arbeiten hätte abhalten können.

 


Neben dem Werkeln und der Arbeit an meinem eigenen Projekt, gestalteten sich meine DLR Tage als durchaus abwechslungsreich. Am ersten Mittwoch durfte ich den Tag gemeinsam mit einer Schulklasse auf Abschlussfahrt aus Sachsen im DLR School Lab verbringen und dabei Satellitenbilder eines Infrarotsensors von einem Alpengletscher der Jahre 1989 und 2011 mithilfe eines speziellen Computerprogramms vergleichen. Am Nachmittag erfuhr ich alles über das Thema Laser. Auch einen Laserscan konnte ich gemeinsam mit der Gruppe durchführen und mit der Energie eines Lasers versuchen, meinen Namen in einen Papierstreifen einzubrennen. Ein weiteres Highlight an diesem Mittwoch war die Besichtigung des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums. Dort konnte ich den Mitarbeitern dabei zuschauen, wie sie den Kontakt zur ISS hielten und die Vorgänge auf der Weltraumstation kontrollierten – das also, was man immer in Filmen oder in der Tagesschau sieht nun endlich einmal live samt fachlicher Erklärung.

 


Außerdem bemühte ich mich ebenso wie die Sekretärin der Abteilung, noch mehr vom DLR zu sehen als nur das Erdbeobachtungszentrum. Dabei zu nennen wäre z.B. eine ausführliche Führung im Institut für Robotik und Mechatronik, in dem ich über die neusten humanoiden Roboter und ihren komplexen Aufbau samt den menschlichen Sehnen nachempfundenen Strukturen und tausenden Mikrokontrollern an alleine einem Arm ebenso staunen konnte, wie über ein autonom fahrendes Auto mit um 180 Grad drehbaren Reifen. Ideal für alle Autofahrer, mich inklusive, die keine besondere Freude am Einparken haben. Auch einen ganzen Vormittag nahm sich der Verantwortliche für die UAVs für mich Zeit. Die angedachte kurze UAV-Einführung artete in positivem Sinn aus und gestaltete sich schließlich eher hin zu einem Einsteigercrashkurs in die Welt der Drohnen mit allem Drum und Dran plus Erklärung der 3K Technik und des Wildretterprojektes, einem Drohnenprojekt zum Schutz von Rehkitzen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Er erklärte mir im Detail, wie die Drohnen aufgebaut sind, welche Ziele mit ihrem Einsatz verfolgt werden, welche Programme darauf laufen und was man wie einstellen muss. Sehr interessant fand ich z.B. eine imaginäre Schutzwand, in einem bestimmten Umkreis von Flughäfen, an denen Drohnen einfach nicht weiterfliegen. Nähert sich die Drohne dieser Sperrzone, sieht aus, als würde sie gegen eine unsichtbare Grenze fliegen. Es erinnert wirklich an Harry Potter oder die Tribute von Panem. Zusätzlich begeisterte mich der entsprechende Mitarbeiter mit einer Mini-Drohne, auf die er selbst eine kleine Kamera gebaut hatte, die nun über eine FPV-Brillen im Bürogebäude herumgeflogen werden kann. Tatsächlich hätte ich also auch virtuell eine Führung durch das Gebäude erhalten können.

 

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Zusätzlich nahm er sich die Zeit, mit mir gemeinsam zum Flugplatz zu laufen, mir die verschiedensten Forschungsflugzeuge, wie z.B. die berühmte HALO vorzustellen und mir das Vorgehen bei diesen Untersuchungen und Messreihen zu erläutern. Auch ich durfte mich an den Pilotenplatz setzen.

 


An einem Nachmittag machten wir uns zusätzlich auf, die neusten Drohnen auch live zu fliegen, am ersten Donnerstag, beim Mittagskaffee durfte ich mein Jugend forscht Projekt der ganzen Abteilung vorstellen und musste ihren interessierten Fragen standhalten. Zudem erhielt ich von verschiedenen Doktoranden und meinem Betreuer Erklärungen der Apparaturen und Experimente in den verschiedenen Laboren, darunter die Spektrenbestimmung von Wasserstoff oder die Gerätschaften im Kalibrierungslabor. So machte ich mich also jeden Tag auf den halbstündigen Spazierweg zum und vom DLR. Die Laufzeit ließ sich optimal nutzen, um das Gelernte zu rekapitulieren und in Gedanken durchzugehen, was ich wirklich verstanden hatte bzw. Nachfragen für den Folgetag zu formulieren. War ich damit durch, probierte ich neue Wege aus, weil ich nicht immer an der vielbefahrenen Straße entlanglaufen wollte. So fand ich mich das ein oder andere Mal in einer Sackgasse im Wald oder auf offenem Feld wieder 😉 Nun ja. Zum Hotel fand ich immer wieder zurück.
Wann ich zum Hotelzimmer zurückkehrte? Das wurde immer später. Während ich an den ersten beiden Tagen das DLR noch zwischen 19-19:30 verließ, verlängerten sich meine Arbeitsaufenthalte im Büro bis zu 21 Uhr, sodass ich am Eingang sogar beim Verlassen des Geländes meinen Ausweis vorzeigen musste. Meist lag dies daran, dass ich am DLR-Computer noch zu viele Webseiten offen hatte, die ich abarbeiten wollte. Außerdem – was sollte ich denn alleine in meinem einsamen Hotelzimmer. Zu dieser Jahreszeit wurde es sowieso schon recht früh dunkel, und bevor ich mich im Hotel mit dem WLAN herumquälte, blieb ich lieber an meinem Arbeitsplatz sitzen. Darüber hinaus war es auch ein spannendes Gefühl ganz alleine in einem aufgrund der in den Feierabend gehenden Mitarbeiter immer dunkler werdenden Gebäude zu sitzen.
An manchen Abenden nutzte ich auch das schöne Ambiente des Sees. Denn besonders im Dunkeln war es ganz nett, sich auf den Steg zu setzen, sich vom Wind die Haare verwehen zu lassen und auf die andere Seite des Sees zu blicken.

 


Leider hatten diese Abende scheinbar keinen guten Einfluss auf meine Gesundheit und ich fing mir tatsächlich eine Erkältung ein. Den Schnupfen, die Hals- und Kopfschmerzen überwand ich jedoch recht gut nach etwa einer Woche demonstratives Ignorieren der Krankheitssymptome, war ich pünktlich zum Ende meines Praktikums wieder symptomfrei auf den Beinen.
Insgesamt muss ich zugeben, dass die ersten zwei Tage alleine in einem verlassenen Hotelzimmer doch etwas einsam waren. Die letzten Wochen hatte ich zwar auch nicht zu Hause verbracht, aber überall wo ich war, war ich stets in ein bewohntes Mobiliar zurückgekehrt, in dem einen Personen erwarteten, die sich noch einmal wenn auch nur kurz mit mir unterhielten. Hier in Oberpfaffenhofen war ich zum ersten Mal ganz alleine. Aber auch an diese Stille gewöhnte ich mich recht schnell und durch meinen Aufenthalt am DLR bis 21 Uhr und dem langen Spaziergang bis zum Hotel blieben am Abend gar nicht mehr viele einsame Stunden übrig, in denen man sich dann jedoch umso besser konzentrieren konnte. Außerdem trug die Offenheit am Institut und die sofortige Akzeptanz sehr zu meinem Wohlbefinden bei. Den gemeinsamen Kantinenbesuch nutzte ich für interessante Gespräche über Bürokratie, Zulassungshürden für Forschungsgeräte und Arbeitsmodelle bzw. Finanzplanung und dem Drittmitteleinwerben für Forschungsprojekte. Ich hatte genug Fragen, sodass mir auch bei den Nachmittagessenkaffeerunden nicht langweilig wurde und ich so neben dem Arbeiten am Arbeitsplatz zusätzlich einiges lernte.

Nun aber zu einer weiteren Frage – was machte ich an den Wochenenden? Hierzu brauchte ich mir keine Gedanken machen, denn der Samstag zwischen den beiden Praktikumswochen war gleich dreifach ausgelastet. Ich hatte die Wahl zwischen dem Entgegennehmen meines Preises auf der Preisverleihung des BUW (Bundesumweltwettbewerb), einer Reise nach Berlin, um mich auch in diesem Jahr wieder als Jurymitglied am Finale von „Jugend präsentiert“ zu beteiligen und einem Aufenthalt in Münster, wo ich zu einer Physikshow eingeladen worden war. Meine Entscheidung fiel schließlich auf den „kurzen Abstecher“ in Kiel, besonders weil ich bereits 2016 nicht zur Preisverleihung hatte kommen können.
Am ersten Freitag musste ich folglich um 13:30 gehen, um meine lange Reise ans andere Ende Deutschlands anzutreten. Die Zugfahrt war sehr angenehm und konnte dank Umsteigelosigkeit ab München vollständig zum Arbeiten genutzt werden. Doch eine Station vor Kiel, in Neumünster wurde mein ganzer toller Eindruck der Deutschen Bahn zunichte gemacht. Zwei Stunden musste ich im stehenden Zug warten, ohne genaue Informationen darüber, wann es denn nun endlich weitergehen würde. Zuerst waren spielende Kinder, dann eine Personengruppe auf den Gleisen für die Unannehmlichkeiten verantwortlich. War heute „Tag der offenen Gleise“ oder was? Nun ja – um 24 Uhr kam ich schließlich am Kieler Hauptbahnhof an. Natürlich fuhr um diese Uhrzeit kein Bus zu meinem Hotel und neben dem Taxinehmen musste auch noch die Wettbewerbsbetreuerin extra für mich wachbleiben.

 

Samstag BUW Preisverleihung

Eigentlich muss auch ich zugeben, dass meine Reise wirklich komplett unverhältnismäßig war: 18 Stunden Fahrt, dank Verspätung sogar 20 Stunden, für vier Stunden Programm bei der Preisverleihung des BUW. Dennoch empfand ich meinen kurzen Wochenendtripp quer durch Deutschland keinesfalls als unnötig. Denn ob ich nun im Hotel sitze und dort arbeite, oder im Zug, macht auch keinen Unterschied, so lange es sich nicht eine Großfamilie oder eine Jugendgruppe im selben Abteil zum Ziel setzt, mich die ganze Fahrt über abzulenken.
Außerdem wolle ich doch die persönliche Laudatio und Preisübergabe nicht verpassen. Auch für die Übergabe des Sonderpreises der Stiftung „Forum für Verantwortung“ im Wert von 750€, den Austausch mit den anderen und für die Häppchen, hatte es sich gelohnt. Zudem konnte ich bei meinem kleinen Spaziergang von der Kunsthalle zum Hauptbahnhof die Kieler Innenstadt kennenlernen. Denn auch in Kiel bin ich schon häufig gewesen – jedoch stets nur in der Jugendherberge, im Hotel etwas Außerhalb, am Bahnhof oder an den Ständen der Kieler Woche.

Rückfahrt

Und? Wer erkennt es?

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O.k. ich gebe einen Tipp. Es ist irgendeine Stadt auf dem Weg von Kiel nach München

 


Es ist …..
GÖTTINGEN
Schon tausendmal bin ich durch diesen Bahnhof gefahren. Gefühlt bei jeder Zugfahrt, die irgendwie in Richtung Norden ging. Ob Berlin, Kiel, Hamburg… 45 Minuten Umsteigezeit und wenig Gepäck zwangen mich einfach dazu, die Zeit nicht nur am Bahnhof herumzusitzen, sondern mir endlich einmal Göttingen anzuschauen.

Sonntag

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam ich schließlich mit einem der Nahverkehrszüge vom Münchner Hauptbahnhof zurück zu meinem Hotel gefahren. Die Anzeichen des gerade begonnenen Münchner Oktoberfests ließen nicht lange auf sich warten und die Bahn war voll von Lederhosenträgern und Dirndlträgerinnen (bereits in Kiel war ich gruppenweise Jugendlichen begegnet, die sich in gefälschter Trachtenkleidung auf den Weg in die Bayrische Hauptstadt machten. Am Sonntag schaltete ich nach dem Frühstück pflichtbewusst zur live-Übertragung nach Berlin zum Jugend präsentiert-Finale, und brach anschließend zu einer Wanderung auf. Ohne Karte und mit dem einzigen Ziel, die Gegend ein wenig zu erkunden.

 

Weßling-Oberpfaffenhofen-Geißlingen. Ich lief meiner Nase nach über Felder, kleine Straßen und durch Wälder. Besonders interessant ist die Erkenntnis, dass in der Umgebung von Weßling besonders viele Wege im Nichts enden. Ein Gebüsch, ein Matschhaufen, Bahngleise …
Vielleicht können die Anwohner hier über Maisfelde springen, durch einen geheimen Eingang in Hügel eintreten, oder sie wollen, dass man sich als Tourist durch japanisches Springraut kämpft, damit sie sich die Arbeit ersparen, es selbst zum Erhalt der Artenvielfalt herauszurupfen.
Da ich jedoch nicht mit den einheimischen Fähigkeiten ausgestattet schien, blieb mir oft keine Alternative als Zurückzulaufen und die andere Abbiegung einzuschlagen. Nach dem fünften Mal wünscht man sich tatsächlich Sackgassenschilder auch an Fußgängerwegen aufzustellen. Trotz allem hatte ich Glück trotz aufziehender Gewitterwolken blieb ich bis auf drei Regentropfen bis zu meiner Rückkehr im Hotel trocken.

Zweite Woche

Auch die zweite Woche in Oberpfaffenhofen gefiel mir sehr gut. Ich konnte an meinem Projekt weiterarbeiten, weitere Messungen mit den SVCs durchführen, und mit Python Gauss-Annäherungen plotten. Auch einen Besuch auf dem Oktoberfest konnte ich nicht umgehen. Wenn ich schon zufällig während der Messezeit vor Ort war, musste ich diese Erfahrung auch mitnehmen – davon waren zumindest mein Projektbetreuer und einige seiner Arbeitskollegen überzeugt. Beeindruckend fand ich die Größe des Festes. Unglaublich viele Essensstände und Fahrgeschäfte. Mittendrin: die Brauereihäuser, von denen ich auch eines von Innen betrachtete, als es draußen zu regnen begann. Kurz vorher war ich noch eines der Fahrgeschäfte gefahren, von denen man außer des Adrenalins und dem Herumschütteln einen super Blick über München gewinnen konnte, währen die Fahrgäste in die Sitze auf dem anderen Arm der Schleudermaschine einstiegen.

 


Nach meinem letzten Arbeitstag musste ich am Donnerstagabend ganz besonders gründlich aufräumen. Denn am Freitag ging es für mich vor sieben bereits los zur Haltestelle, um mittags rechtzeitig in Ratzeburg anzukommen. Über acht Stunden Fahrt würde es brauchen, um schließlich gegen zwei Uhr in der Jugendherberge Ratzeburg, dem diesjährigen Veranstaltungsort des Stipendiatentreffens der Claussen-Simon-Stiftung, einzutreffen. Ein Wochenende voller Kulturprogramm, Vorträgen, Seminaren und Diskussionen erwartete mich dort sowie der Austausch mit den gekommenen Stipendiaten und Alumna der Stiftung. Am ersten Tag erfreute uns zudem die ganz unerwartete Septembersonne, durch die wir eine Segel-und Ruderbootsfahrt ganz besonders genießen konnten. Drei rundum spannende und bereichernde Tage.

Anmerkung: Zwei Wochen in einem Hotel klingt wahrscheinlich deutlich attraktiver, als es tatsächlich ist – zumindest ist das mein Eindruck nach dieser Erfahrung. Toll hätte ich es gefunden, wenn es einen Sport- oder Gemeinschaftsraum gegeben hätte, in dem man sich hätte aufhalten können, so aber hatte ich einfach nur ein kleines Zimmer, in dem ich auf dem Boden etwas Platz fand um zu Trainieren und kam jeden Morgen zum Frühstück herunter ins an das Hotel angegliederte Restaurant, das in den Morgenstunden zum Speisesaal der Gäste umfunktioniert wurde. Ansonsten gab es im Hotel nichts Aufregendes zu tun, sodass ich meinen Laptop aufklappte und an dem weiterarbeitete, mit was ich am DLR aufgehört hatte. Trotz der dadurch teilweise ausgelösten Einsamkeit waren die zwei Wochen Selbstversorgung im Hotelzimmer eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. new

 

For the first time  
– Zum ersten Mal Oktoberfest
– Zum ersten Mal eine Drohne steuern
– Mitarbeitern im Kontrollzentrum über die Schulter sehen.
– Zumindest auf dem Foto Pilotin eines Forschungsflugzeugs spielen

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Was habt ihr bisher für Erfahrungen gemacht? Wart ihr schon einmal über einen längeren Zeitraum alleine in einem Hotel? Oder habt ihr auch bereits ähnlich interessante Praktika besuchen dürfen? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen

 

 

 

 

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Ein Kommentar zu „Vielleicht doch Astronautin?

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