Von Hippen Vierteln bis hin zum ersten Park-Tai-Chi – ein Ausflugstag alleine

Soll ich noch weiter der Straße folgen? Irgendwie sieht es in dieser Richtung nicht allzu vielversprechend aus. So weit mein Auge reicht, erblicke ich nichts als graue hohe Gebäudezeilen. Mmmmh. Vielleicht noch ein Stück. An einem kleinen Gelände mit einigen Mosaiken auf dem Boden und feinsäuberlich angeordneten Pflanzen bleibe ich schließlich stehen. Irgendwie sieht dieser kleine Platz ein wenig nach einer Aussichtsplattform aus. Ich trete an den Rand und blicke hinunter auf eine Wohncommunity. Die Häuser sehen deutlich älter aus, als ich es aus meinem eigenen Wohnviertel gewohnt bin, und die etwas heruntergekommenen Balkone geben zu erkennen, dass die Apartments hier wohl kaum ähnlich teuer sind, wie in meiner Gegend. Doch was mich erstaunt: egal wie hässlich die umliegenden Wohnungen scheinen, der gemeinsame kleine Community Park ist penibel gepflegt und ebenfalls mit Mosaiken und Pflanzen sehr schön bestückt.
Nach einem weiteren Umblicken, entscheide ich mich schließlich dazu, über eine der vielen Fußgängerbrücken, die Straße zu überqueren und zurück zu der Haltestelle zu laufen, in die ich gerade noch mit der Subway eingefahren bin. Vielleicht war es doch die Treppe direkt hinter dem Eingang, die ich hätte wählen sollen?
Stattdessen hatte ich mich zu Beginn von einem Fleckrechen Grün auf der gegenüberliegenden Straßenseite irritieren lassen. Als ich in dieses Gelände eintreten möchte und dabei einem normalgekleideten Mann mit Einkaufstüten folgen will, werden hinter mir aufgebrachte Rufe laut. Ein mit kakifarbener Tarnkleidung ausgestatteter Mann und Militärhelm auf dem Kopf, ruft mich zurück. Als ich mich umdrehe und einige Schritte in die Richtung gehe, aus der ich gekommen bin, tritt gerade noch ein zweiter gleichgekleideter Mann aus dem Wachhaus der anderen Seite . Zunächst denke ich, sie wollen meinen Pass kontrollieren, aber nachdem sie mich nur anstarren, entscheide ich mich schließlich dazu, dass dies hier wohl nicht der Eling Park ist, den ich suche, und gehe meines Weges an der Straße entlang. Dennoch erscheint mir die Situation etwas seltsam Schließlich durfte der ältere und etwas füllige, vollkommen normal gekleidete und zwei Einkaufstüten in den Händen tragende Mann vor mir auch problemlos passieren, ohne irgendetwas vorzuzeigen. Nun ja. Weiter geht’s.

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Nun also kehre ich von dem Mosaikplatz, an dem ich inzwischen angekommen bin, zur U-Bahn-Station zurück. Doch bevor ich dort ankommen und meine Orientierung neu ordnen kann, mache ich noch einige weitere interessante Entdeckungen. Immer wieder gehen von dem Bürgersteig kleine Steintreppen ab, die bergaufwärts führen. Ich bin zu neugierig, als nicht doch eine davon zu nehmen, im Unwissen darüber, wo mich diese hinführen wird. Auf der engen Treppe komme ich schließlich in eine Mischung aus Häuser und verwucherten Pflanzen. Wie erwartet endet mein Weg letztendlich als Sackgasse vor einem Hauseingang.
Endlich entdecke ich das Tor des Eling Parks. Zwar hat es mich nicht gestört, mir durch meinen kleinen Verlaufsspaziergang ein bisschen die Umgebung anzuschauen, doch bin ich nun doch erleichtert, nicht zurückfahren zu müssen, ohne meine eigentlichen Ziele besichtigt zu haben: Eling Park und Testbei. Beides wurde mir von ehemaligen Au-Pairs aus Deutschland empfohlen. Ersteres ist wie sich nun herausstellt eine recht nette Mischung aus alten Steinruinen, einem Aussichtsturm, einigen verschlossenen Gewächshäusern und Teichen sowie Grabstätten. Zum ersten Mal kann ich hier auch wirklich Einzelpersonen sowie Gruppen bei ihren Tai-Chi-Übungen verfolgen.

Auch an einem Kunstladen komme ich vorbei, in dem Naturmaterialien verarbeitet werden. Wirklich schön, was dort aus Steinen, Sand und kleinen Blumen gezaubert wird. Am allerbeeindruckendsten im gesamten Park bleiben mir jedoch die Wurzeln einiger im Park zu findender Bäume im Bewusstsein. Wirklich eine nette Anlage, und auch von der touristischen Besucheranzahl noch überschaubar – selbst wenn das erste was ich nach Passieren der Tore erblicke, zwei Touristenreisebusse sind.

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Bei Zweiterem, dem Testbei handelt es sich um ein kleines Gelände, das sich bei Touristen einer immer größerer Beliebtheit erfreut, weshalb empfohlen wird, es nicht am Wochenende oder an Feiertagen zu besichtigen – als ich an meinem weise gewählten Mittwochvormittag dort herumschlendere, ist die Menschenmasse sehr überschaubar.
Insgesamt sollte man nicht zu viel erwarten, denn das Gelände befindet sich noch mitten in den Aufbauarbeiten. Dennoch ist bereits das, was bisher geschaffen wurde, beeindruckend. Im Testbei soll nämlich eine alternative, moderne und kreative Anlage entstehen. Kunstwerke au alten Fernsehbildschirmen begegnen den Besuchern hier genauso wie traditionelle künstlerische Betriebe, deren Mitarbeiter man bei der täglichen Arbeit über die Schulter schauen kann. Es gibt ein Café in Kombination mit einer Mofaverkaufs und -reperaturgarage, Einige Eis- und Getränkestände mit einer ganz besonderen Auswahl an Produkten, in einzelnen Gebäuden entstehen Räume für Modelagenturen und Galerieräumlichkeiten, und wenn man bereits zu viel herumgelaufen ist, kann man es sich auf einer Reifenschaukel samt Teehalter in der Mitte bequem machen. Das gesamte Gelände wird abgerundet von einem schönen Panoramablick über die Umgebung.

Es ist schon eine ganz andere Atmosphäre, die hier herrscht. Individuell, farbig, frei und kreativ sind die Worte, die den jungen Künstlerblog am besten beschreiben.
Insgesamt also ein schöner Ausflugstag! Und den Weg zurück finde ich nun natürlich auf Anhieb!

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