Wasserreisbrei – nach meinem Geschmack genau das Richtige zum Frühstück – Essen Teil IV

FRÜHSTÜCK

Vielleicht liegt es auch an der Familie, aber ich habe – abgesehen von der Handhabung unter Studenten – den Eindruck, dass hier in China überall das Frühstück deutlich liebevoller zubereitet wird, als in Deutschland. Sicher gibt es auch bei uns Menschen, die morgens eine halbe Stunde lang in der Küche stehen, um sich ihre Lieblingsmüslimischung zusammenzuschnippeln, aber im Allgemeinen kann man sein Frühstück in zwei Minuten richten, indem man Müsli und Milch, Saft oder Pflanzendrink auf den Tisch stellt. In Chongqing müssen die Mütter – die hier fast noch überall „Herr“ der Küche sind – morgens bereits mit dem Kochen beginnen. Kleingeschnittenes Obst, Karottensalat, in Öl gebratene kleingeraspelte Kartoffeln, und jeden Tag eine der vielen Arten Zhou (siehe unten). Im Gegensatz zu den sonstigen Mahlzeiten erhält in meiner Familie beim Frühstück tatsächlich jeder seinen eigenen liebevoll hergerichteten Teller – zusätzlich werden ein oder zwei Gerichte in der Mitte platziert, woran sich dann wieder alle bedienen können.

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Was mir sehr gut gefällt ist, dass die Chinesen einfach ein Stück Brot, etwas Obst oder Gemüse, ab und zu noch ein Ei und dazu einen Brei, oder eine Schale Milch zu sich nehmen. Ich gehöre zu den „Tunkliebhaberinnen“ und habe es schon in Deutschland nicht selten vorgezogen Brot einfach ohne etwas in meine Teetasse zu tunken und zu verzehren. Ich war noch nie ein großer Fan von Aufstrichen, Käse oder Marmelade, Nutella und Co auf dem Brot. Lieber esse ich genau wie ich hier bedient werde – einfach nur das Brot samt einer dunktauglichen Schale.

Was mir zudem gefällt, ist, dass es jeden Tag etwas anderes gibt. An einem Tag werde ich von einem Kartoffel-Mehl-Fladen überrascht, am nächsten von einem Art Eierauflauf, dann wieder von einem pfannkuchenähnlichen runden Etwas. Bisher war alles sehr lecker, insbesondere die unterschiedlichen Früchte (dazu später mehr).

Das, was am Morgen in einer Schüssel serviert wird, nennt sich hier nicht Brei sondern „Zhou“. Dieser kann eine Art Reisbrei sein, welcher jedoch im Gegensatz zu dem, was wir Deutschen darunter verstehen, nicht aus Milch sondern normalem Reis und Wasser zubereitet wird. An manchen Tagen sind es kleine, an anderen große Reiskörner die darin herumschwimmen. Manchmal findet sich eine Art „Geleepfirsich“, manchmal kleine rote Gojibeeren oder Erdnüsse. Mir schmeckt dieser ungesüßte Brei in der Regel sehr gut. Verzehrt wird er jedoch nur in Ausnahmefällen mit einem Löffel. Viel eher werden die Stäbchen für die groben Bestandteile verwendet, während die restliche Flüssigkeit direkt von der Schüssel aus geschlürft wird.

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Da ich bereits in Deutschland damit begonnen habe, keine Tiermilch mehr, sondern stattdessen Soja- oder Reistrinks zu mir zu nehmen, schaue ich mich auch in China nach derartigen Alternativen um. Das einzige, was ich bisher als Ersatz entdecken konnte, ist in kleinen Tüten verpackte verzuckerte Kokosmilch. Vor kurzem habe ich nun auch meine Hostmum dazu überreden können, Sojamilch zu kaufen. Diese schmeckt wirklich seeehr gewöhnungsbedürftig, aber wer weiß – vielleicht werde ich sie schon in wenigen Wochen zu mögen beginnen. Alles besser, als die aus Deutschland oder Neuseeland importierte Kuhmilch – das finde ich wirklich absurd.

Auffällig ist ohnehin, dass die Chinesen Milch kaum ihn großen Flaschen oder Literkpackungen kaufen, sondern in 0,25l Getränkebeuteln, die man leicht mitnehmen kann. Diese gibt es in allerlei Variationen: normale Kuhmilch, Bananenmilch, Pfirsichmilch, Blaubeermilch… probiert habe ich bislang nur eine Erdnussmilch.

Müslimischungen lassen sich in den Geschäften heutzutage ebenso wie Haferflocken finden. Von den meisten Familien wird dieses jedoch nicht verzehrt – und ich habe mich schon im Voraus darauf eingestellt, sechs Monate auf mein geliebtes Müsli (ich bin wirklich ein Riesenmüslifan) zu verzichten. Von daher passe ich mich in der Zeit einfach an und esse abgesehen von Fleisch und Fisch das, was mir von der Familie aufgetischt wird.

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